In Elfriede Jelineks Die Klavierspielerin und Anthony Burgess’ A Clockwork Orange verbindet sich in der Kombination von Musik und Gewalt die Kritik gesellschaftlicher Machtstrukturen mit performativer Körperlichkeit. Gesellschaftliche Machtstrukturen werden sicht- und gestaltbar, gleichzeitig wird die symbolische Bedeutung und Funktion der Sprache in Frage gestellt und herausgefordert. Jelineks und Burgess Texte provozieren durch die ambivalente Gestaltung der Konzepte eine Reaktion und nehmen somit Züge von gewaltsamen Übergriffen und Manipulation an, die sie schildern. Diese Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die Texte von Heinrich von Kleists, besonders auf die Legende von der Heiligen Cäcilie oder Die Gewalt der Musik, was abschließend erörtert werden soll.

Dr. Beate Schirrmacher ist seit 2014 Postdoktorin am Institut mit dem Forschungsprojekt „Musik und Gewalt in der Literatur“. Als Dozentin für Literaturwissenschaft lehrt sie am Institut für Film und Literatur an der Linnéuniversitet, Växjö. 2005–12 war sie Doktorandin an der Germanistik der Universität Stockholm und promovierte mit der Dissertation Musik in der Prosa von Günter Grass. Intermediale Bezüge – Transmediale Perspektiven (Online zugänglich). 2000 erhielt sie ihren M.A. in AVL, Skandinavistik und Linguistik an der FU Berlin. Sie hat lange auch als Freie Journalistin für deutsch- und schwedischsprachige Medien sowie als Übersetzerin aus dem Schwedischen gearbeitet.

 

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