Erinnerungen an den Sandmann: Unheimliche Wiederholungen in Stan Douglas Filminstallation Der Sandmann (1995)

 

Tanja von Dahlern, Uppsala Universität

How could you forget the “Sandman”? Nothing and no-one scared us as much as Herr Coppelius!

Lothar in Stan Douglas Der Sandmann

 

Die Beziehungen zwischen bildender Kunst und Literatur sind umfassend und können viele verschiedene Formen annehmen. In meiner Dissertation untersuche ich, wie Literatur in zeitgenössischen Film- und Videoinstallationen verwendet und inszeniert wird.

In meiner Präsentation werde ich eine Arbeit des kanadischen Künstlers Stan Douglas diskutieren: Der Sandmann (1995). Diese Fiminstallation basiert auf E.T.A. Hoffmanns gleichnamiger Erzählung aus dem Jahre 1817. Der Sandmann greift einige zentrale Themen aus Hoffmanns Erzählung auf, wie z.B. den Doppelgänger, Erinnerung, Verdrängung und Wiederholung, die dann in Bezug zu verschiedenen Kontexten gesetzt werden, wie z.B. deutsche Romantik, Psychoanalyse, oder deutsche Wiedervereinigung. Die Installation produziert so eine vielschichtige Erfahrung für den/die Ausstellungsbesucher/in. Zentrale Fragen für meine Diskussion es Werkes sind: Wie wird Hoffmanns Erzählung hier in einem neuen Medium und Kontext präsentiert? Wie verhalten sich Quellentext und Kunstwerk zueinander? Wie wird ein literarisches Werk hier dargestellt und adaptiert, und was für Bilder von Literatur entstehen?

Es gibt eine online-Version der Installation, die zumindest einen groben Eindruck von dieser vermittelt: http://www.ubu.com/film/douglas_sandmann.html

 

Tanja von Dahlern ist Doktorandin am Institut für Literaturwissenschaft an der Universität Uppsala und schreibt eine Dissertation zum Thema “Inszenierungen von Literatur in zeitgenössischen Film- und Videoinstallationen.” Grundstudium der Komparatistik, Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft in Tübingen, Barcelona, Münster, Buenos Aires und Berlin, M.A. von der Freien Universität Berlin.

 

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!