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 Nataša Vukelić

Natasa Vukelic

Doktorand

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Arbetar vid Institutionen för slaviska och baltiska språk finska nederländska och tyska
E-post natasa.vukelic@tyska.su.se
Postadress Institutionen för slaviska och baltiska språk finska nederländska 106 91 Stockholm

Om mig

 
 
Rum/Raum: E520
E-post/E-Mail: natasa.vukelic@tyska.su.se

Besöksadress/Besuchsadresse: Frescati, Södra huset, hus E, plan 5
Språk/Sprachen: Tyska, engelska, serbokroatiska, svenska

 

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Doktorand i tyska med inriktning i litteraturvetenskap

Doktorandin im Fachbereich germanistische Literaturwissenschaft

 

Member of the European PhDnet in Literary and Cultural Studies,
Justus-Liebig-Universität Gießen

Master of Arts: Stockholms universitet, 2017

Bachelor of Arts: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
& Göteborgs universitet, 2014

 

Undervisning/Unterricht: 

Översättning (Tyska I)

Processkrivning (Tyska I)

Språklig textkommentar (Tyska I)

 

Forskning/Forschung: 

Komiktheorie, Gegenwartsliteratur, Rezeptionsästhetik/Text-Strategien

 

Avhandlingsprojekt/Dissertationsprojekt

 

Arbetstitel/Arbeitstitel:

Widersinn als Widerstand? Regel- und Erwartungsbrüche in der deutschsprachigen Literatur des 21. Jahrhunderts

 

Abstract:

Im Jahr 2005 wird ein Manifest in den deutschen Medien veröffentlicht, das zur Ausübung des relevanten Realismus anregen soll, jedoch nicht richtig erhört wird: Das Manifest zerfalle in seiner Vagheit. Außerdem – so der generelle Antworttenor – müsse Literatur nichts und dürfe alles. Obwohl es in den darauffolgenden Jahren Versuche gibt, die kritische Seite der Literatur nach 1989/90 aufzuzeigen, ruft Franzobel bei der Eröffnungsrede der Tage der deutschen Literatur 2017 zu einem „beseelten“ Engagement der Literatur auf. Aber auch dieser Appell prallt an den Ohren des Publikums ab: Es besteht offenbar noch immer der Konsens, dass Literatur nichts müsse. Oder vielleicht schon handle?

Während des letzten Jahrzehnts hat es im deutschsprachigen Raum Publikationen gegeben, die dem Leitsatz „Literatur muss nichts“ zu folgen scheinen und es selbst im 21. Jahrhundert schaffen, aus dem Rahmen des Üblichen zu fallen: sprachlich, inhaltlich, formal oder strukturell. Der Untersuchungsgegenstand der Dissertation sind fünf solche Texte: So ist das von Stephan Groetzner, Verbannt! von Ann Cotten, Statusmeldungen von Stefanie Sargnagel, mein lieblingstier heißt winter von Ferdinand Schmalz sowie Der 3 Punkte Plan von Lisa Eckhart. Trotz der Befolgung des Leitsatzes enthalten die Texte kritische Momente, denn sie greifen auf eine (ver)störende, von widersinnigen Spielmomenten durchlaufene Komik zurück. Widersinnig sind die Spielmomente insofern, als sie, auf Irritation angelegt, sich der Logik oder Vernunft entziehen. Sie sind ordnungssprengend, nicht nur, weil sie Auswirkungen auf die Rezeption der Texte haben, sondern auch, weil sie gerade wegen des Widersinns als Widerstand gegen reale Begebenheiten dienen könnten. „Wenn man den Humor als das Reflexionsmedium der Gesellschaft bezeichnen kann, so lässt sich die Moral als das Reflexmedium der Gesellschaft bezeichnen,“ schreibt Jörg Räwel bereits 2005. Laut Räwel ermöglicht moralische Kommunikation Handlungen und somit auch kurzfristige Stabilisierungen. Komik hingegen soll zur längerfristigen Stabilität führen, indem sie „aktuell geltende Werte“ anzweifelt und eine Weiterentwicklung der Gesellschaft ermöglicht, wenn auch „ohne Gewissheit auf Erfolg“.

Das Hauptaugenmerk der Dissertation liegt also darauf, ausgehend von der Komiktheorie, einen Einblick in den Widersinn der Spielmomente einer Auswahl jüngster deutschsprachiger Literatur im gegenwärtigen Kontext zu gewähren und sein kritisches Gewicht zu hinterfragen. Dabei geht es ebenso um die Beantwortung der Frage, ob die angeblich fehlende Zeitkritik der Gegenwartsliteratur in ihrer Komik gefunden werden kann. 

Senast uppdaterad: 7 juni 2019

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